Astor

Nachruf 

 

Asti ist nun über die Regenbogenbrücke gegangen. Er ist ca. 12-13 Jahre alt geworden. Und das obwohl er die ersten 5 Jahre seines Lebens nur von Leberwurstbrot und Keksen lebte. Nachdem er quasi bei uns einen Zwischenstop gemacht hatte, lebte er die letzten 6,5 Jahre lebte er mitten in Berlin. Er war im Kiez bekannt und war ein tolles Team mit seinem Ralf. Wir haben immer mal wieder von Ihnen gehört, was uns sehr gefreut hat. Gaby, Ralf, danke das ihr Asti dieses Leben ermöglicht habt. 

 

 

  

Astis Geschichte: 

 

 

Asti ist zwar kein Labrador. Aber er war ein Teil unseres Rudels und hat es verdient hier erwähnt zu werden. War?! Ja Asti lebt nun nicht mehr bei uns. Aber ich fange besser ganz vorne an: 

1 Jahr bevor wir unseren Paul bekamen, besuchten wir mal wieder meine Großtante und meinen Großonkel auf ihrem Resthof. Wir waren sehr überrascht als uns ein riesiger, tapsiger Welpe entgegen kam. (Anscheinend ein Großer Schweizer Sennenhund oder ein Mix damit)  Meine Großtante hatte beim Tierheim nachgefragt, dort sagte man ihr das sie (beide waren da schon 80 und 81 Jahre alt) keinen Hund mehr bekommen würden. Daraufhin brachten "Freunde" einen Welpen mit. 

Wir schlugen die Hände über den Kopf zusammen. Und wussten zu dem Zeitpunkt schon - das gibt noch einmal ein großes Problem! Von Anfang an konnte keiner von beiden mit Asti (der eigentlich Astor heisst) sparzieren gehen. Also blieb er nur auf dem Hof. Er dachte sich tolle Spiele aus - Holz zerschreddern, Pferde jagen, Katzen ärgern. Aber mehr lernte er nie kennen! 

Im Dezember 2013 war es soweit. Mein Großonkel war bereits 2011 verstorben und nun im Dezember 2013 musste meine Großtante ins Krankenhaus. Uns wurde erst 4 Tage später Bescheid gegeben und so war Asti 4 Tage alleine auf dem Hof. Meine Mutter fuhr sofort los und holte ihn ab. Asti war bis zu dem Zeitpunkt noch nie Auto gefahren, war aber sehr dankbar für seine Rettung und stiegt sofort ein! Der Zeitpunkt war denkbar schlecht. Jette war bereits gedeckt und wir erwarteten unseren ersten Wurf. Wir beschlossen das Asti erstmal bei meinen Eltern (wir wohnen ja auf einem Grundstück, Haus an Haus) bleiben sollte und fuhren als erstes zum Tierarzt um ihn durch checken zu lassen. 

Dabei stellte sich raus das seine Prostata stark vergrößert war und nach einigen Untersuchungen stand fest, er muss kastiert werden. Entwurmung und Impfungen wurden ebenso nie gemacht. Asti stand mega unter Druck, alles war neu für ihn. Autos, Fahrradfahrer, alle Geräusche, alle Düfte. Zwei Wochen lang hielten wir ihn seperat bei meinen Eltern auch noch getrennt von Paul und Jette. Denn andere Hunde kannte er auch nicht. Er lebte sich gut ein. 

Mitte Dezember stand dann ja leider fest das Jette keine Welpen erwartete. Das war zwar sehr traurig, aber es kam auch Erleichterung auf. Langsam nach und nach führten wir erst Asti und Paul zusammen und später auch Asti und Jette. Paul wurde sofort als Rudelchef akzeptiert (ich liebe mein Bärchen dafür das er mir voll vertraut und wir als Team jede Situation meistern!). Von nun an begannen wir kleinere Sparziergänge einzubauen. Er war immer sehr nervös und aufgeregt. Im Haus jedoch fühlte er sich immer wohler und war sehr entspannt! 

Er wurde zunehmend sicherer und lernte sehr schnell. Die Grundkommandos hatte er sehr schnell drauf und wir hatten das Gefühl das er für jedes Inputt dankbar war. Mittlerweile ging er ordentlich an der Leine, meistens jedenfalls. Aber hatte immer wieder *Aussetzter*. Es wirkte als sei es manchmal alles zu viel. Am liebsten ging er immer zwischen zwei Menschen. 

Unser Leben ist hier sehr turbolent und wir hatten oft das Gefühl Asti nicht gerecht zu werden. Also beschlossen wir im Familienrat für Asti ein neues Zuhause zu suchen. Es dauerte einige Zeit. Kaum jemand rief an. Erst nach einer riesen Aktion bei Facebook kamen 4 Anfragen. Zwei davon sagten schnell wieder ab, eine meldete sich garnicht mehr. Die meisten wollten ihn für Haus und Hof, Kinder und alles mögliche Getier haben. Das kam für uns nicht in Frage.

 

Nur einer schien total begeistert zu sein. Ralf. Über seine liebe Nachbarin Barbi, die den Kontakt herstellte, telefonierte ich einige Male mit Ralf. Dann war klar, er möchte ihn kennen lernen! 

Da wir auf jeden Fall sehen wollten, wo Asti zukünftig leben soll, beschlossen wir zu Ralf zu fahren. Dank meiner Freundin Maraille, die sich sofort bereit erklärte Jannis zu übernehmen, fuhren wir zu dritt nach Berlin. Asti war sehr nervös auf der Fahrt. Paul und Jette konnten ihm zwar etwas Ruhe vermitteln, aber er spürte das "etwas" passiert.

 

Dann waren wir endlich da. Wir stiegen aus und Asti, dem fremde Menschen eher Angst machten, freut sich riesig über diese Neuen Menschen in seinem Leben. Zwischen Asti, Ralf und Gaby funkte es auf den ersten Blick!! 

 

Lieber Ralf, liebe Gaby, wir danken euch, das ihr Asti so annehmt wie er ist. Er wird sich bei euch sehr wohlfühlen, davon sind wir alle überzeugt!! 

Lieber Asti, wir haben für dich gegeben was wir geben konnten. Du hast uns viel Mühe gekostet, aber auch viel Freude bereitet. Leider können wir dir nicht das Leben bieten, das du verdient hast! Ralf und Gaby können es und sie werden dich in ihr Herz schließen!! In unser allen Herzen wirst du immer bleiben, du hast einen festen Platz in jedem einzelnen. Wir werden dich vermissen! 

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